SDN – muss das sein?

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SDN – muss das sein?

Umfrage von Verizon unter 165 IT-Spitzenmangern

Alle reden über SDN. Aber brauchen auch Sie Software Defined Networking – und wenn ja, wie eilig sollten Sie es damit haben? Verizon hat eine Umfrage unter 165 IT-Spitzenmanagern internationaler Unternehmen vorgestellt, die Ihnen bei diesen Fragen weiterhelfen kann.

Was ist SDN?

Software Defined Networking ist eine alternative Methode zur Kontrolle von Netzwerken. Der folgenreichste Unterschied zwischen SDN und traditionellem Networking liegt darin, dass bei einem SDN eine zentrale Instanz das gesamte Netzwerk kontrolliert.

Dieser Controller überblickt in einer einzigen Anwendung alle Pfade, alle Kapazitäten der Geräte eines Netzwerks. Er kann die besten Pfade zwischen Datenquelle und Zieladresse berechnen und verschiedene Pfade für verschiedene Arten von Datenverkehr auswählen. Er kann schnell auf Veränderungen im Netzwerk reagieren.

Und vor allem: Der Controller kann als zentrale Konfigurationsstelle dienen. Das bedeutet, dass das gesamte Netzwerk von einem einzelnen Ort aus programmierbar ist: automatisierte Konfiguration und automatisiertes Management des gesamten Netzwerks – und damit eine enorme Flexibilität und Skalierbarkeit – werden möglich.

SDN ist kein Selbstzweck

Kein Wunder also, dass SDN in aller Munde ist. Aber wie der Deutschlandchef von Verizon, Detlef Eppig, betont: „Es geht weniger um die Inbetriebnahme von SDN selbst, sondern darum, dass transformative Potenzial von SDN zu nutzen.“

Warum sollten Sie das wollen? Aus den üblichen Gründen: digitale Disruption, rasante Globalisierung, wachsende Anforderungen der Kunden – das alles lässt Unternehmen kaum eine andere Wahl, als ihre Geschäftsmodelle so schnell wie möglich weiterzuentwickeln.

SDN ist ideal dafür geeignet, das Maximum aus cloud-basierten Anwendungen (on-demand, pay-as-you-go) herauszuholen. Gegen SDN sehen traditionelle Netzwerktechnologien alt aus. Denn SDN bietet, was Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung brauchen: eine optimale technische Grundlage für Agilität.

Wie weit verbreitet ist SDN heute – und wie sehen die Pläne für seinen Einsatz aus?

Auf jeden Fall schwenken immer mehr Unternehmen auf SDN um. Das zeigt auch die Verizon-Umfrage:

  • 15 Prozent der befragten IT-Manager haben Pilotprojekte gestartet oder nehmen SDN-Technologien aktuell in Betrieb
  • in den nächsten beiden Jahren wollen insgesamt 57 Prozent der Unternehmen Pilotprojekte haben oder SDN-Technologien implementieren
  • 12 Prozent der befragten Manager gehen davon aus, innerhalb der nächsten beiden Jahre die gesamte Organisation auf SDN umgestellt zu haben
  • 31 Prozent haben gehen davon aus, dass sie für die komplette Umstellung drei bis fünf Jahre brauchen werden

Was bringt SDN fürs Geschäft?

SDN ist wie gesagt kein Selbstzweck – keine Technologie sollte das sein. Vielmehr geht es bei SDN darum, die unternehmenseigenen Netzwerke so zu transformieren, dass das Geschäft wachsen kann.

So sehen das auch die IT-Manager, die an der Verizon-Umfrage teilgenommen haben. Umsatzwachstum ist der wichtigste Treiber hinter der SDN-Einführung:

  • 49 Prozent der Befragten sagten, es sei notwendig ihre Netzwerkfunktionalitäten zu skalieren
  • 44 Prozent wollen mit SDN rascher auf Chancen reagieren können und so Wettbewerbsvorteile schaffen
  • ebenfalls 44 Prozent sagten, sie müssten Services für die internen Geschäftsbereiche schneller in Betrieb nehmen können
  • 56 Prozent erwarten eine höhere Netzwerksicherheit durch die SDN-Einführung
  • 50 Prozent gehen davon aus, dass sie durch die SDN-Implementierung die Anwendungs-Performance verbessern werden

Also SDN = bessere Geschäfte?

Die Vorteile von SDN sind immens:

  • höher entwickelte Netzwerke –
  • aber nicht mehr Komplexität, sondern im Gegenteil Vereinfachung
  • die Möglichkeit, Kapazitäten flexibel zu gestalten
  • Software kann leichter in Betrieb genommen werden
  • effizienterer Betrieb der Netzwerke

SDN macht es Unternehmen deutlich leichter, das Tempo der Digitalisierung mitzugehen:

  • 80 Prozent der Befragten sagten, dass SDN die Implementierung neuer Anwendungen, Services und Infrastruktur beschleunigt
  • 86 Prozent sagen, dass sie durch SDN in Sachen Anwendungen, Services und Geschäftsmodelle innovativer sein können – die größere Agilität und die Vereinfachung der Arbeit mit dem Netzwerk machen’s möglich

Alex Ee, Leiter IT Operations und Shared Services bei IKEA, formuliert den Business Case für SDN so:

„Dadurch, dass wir gezwungen sind, an vorderster Stelle Apps und Erlebnisse für unsere Kunden zu entwickeln, müssen wir rascher handeln. Selbst wenn wir Ladengeschäfte eröffnen, versuchen wir, noch schneller zu sein – insbesondere mit Innovationen wie Läden für kleinere Städte und Pop-up-Stores. Das heißt: Wir können nicht darauf warten, bis uns jemand die Erlaubnis erteilt, einen Graben für die Verlegung einer Zuleitung auszuheben.“

SDN macht viel möglich – handeln müssen Sie aber selbst

Das Zitat des IKEA-IT-Leiters zeigt: SDN ist ein großer Enabler. Aber SDN bringt nur dann etwas, wenn Sie eine Digitalisierungs-Strategie haben. Wenn Sie Innovation nicht nur zulassen, sondern gezielt herbeiführen wollen. Wenn Sie bereit sind, neue Geschäftsmodelle zu finden, die in die digitalisierte Welt passen.

Wenn all das auf Ihr Unternehmen zutrifft, dann brauchen Sie SDN. Und in diesem Falle, wie wir in Bayern sagen: Langsam pressiert’s! Oder wie Verizon Deutschlandchef Eppig formuliert: Unternehmen, die noch mit Abwägen befasst sind, ob SDN etwas für sie ist, hinken schon jetzt im Rennen um Agilität hinterher – „noch bevor sie aus den Startblöcken gekommen sind.“

2018-07-12T15:16:46+00:0012. Juli 2018|Branchennews|0 Kommentare