Der dänische Payment-Spezialist Tradeshift präsentiert eine Plattform, die auch sehr kleinen Lieferanten weltweit Zugang zum elektronischen Zahlungsverkehr verschafft. Und die das Neun-Billionen-Dollar-Problem der aus technischen Gründen nicht beglichenen Forderungen lösen könnte.

Kennen Sie das Neun-Billionen-Dollar-Problem? Selbst wenn Sie es nicht kennen – falls Sie häufig internationale Geschäfte machen, haben Sie es wahrscheinlich. Oder ist es Ihnen noch nie passiert, dass Sie einen Lieferanten in irgendeinem fernen Winkel der Welt gern schnell bezahlen würden – es aus technischen Gründen aber ewig dauert, bis das Geld bei ihm angekommen ist?

Der dänische Digital-Payment-Spezialist Tradeshift hat jetzt eine mögliche Lösung dieses Problems vorgestellt.

Erst einmal zur Frage, was das Neun-Billionen-Dollar Problem ist:

Neun Billionen Dollar ist die Höhe der international offenen Forderungen, die zwischen Unternehmen und ihren Lieferanten noch nicht beglichen wurden – wegen veralteter Zahlungspraktiken und fehlender Konnektivität.

Obwohl die Kunden zahlen wollen und es auch tun: Das Geld kommt einfach nicht so schnell auf dem Konto des rechnungsstellenden Unternehmens an, wie es sollte.

Und nun zur Lösung:

Die erste durchgängige Supply-Chain-Zahlungs- und Finanzierungslösung Tradeshift Pay basiert – unter anderem – auf Blockchain-Technologie. Es ist eine Cloud-Plattform, die Supply-Chain-Zahlungen und Supply-Chain-Finanzierungen ebenso wie Vorauszahlungen auf Blockchain-Basis erledigt.

Schnelle Zahlungen, auch an Lieferanten ohne Bankverbindung

Tradeshift Pay bietet Käufern verschiedene Zahlungsoptionen auf einer einheitlichen Plattform, darunter:

  • virtuelle Kreditkartenzahlungen von Rechnungen und Bestellungen
  • Dynamic Discounting
  • Supply-Chain-Finanzierungen durch Bankpartner und
  • Blockchain-basierte Zahlungen

Mit der Plattform können Unternehmen auch Lieferanten ohne Bankverbindung  Zugang zu elektronischen Zahlungen und Finanzen verschaffen. Das sind ganz neue Möglichkeiten für sehr kleine Firmen rund um den Globus.

Zumal die Lieferanten deutlich schneller bezahlt werden können: Bisher beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit innerhalb der EU und in den USA 30 bis 45 Tage. Jetzt reichen wenige Tage.

Darum weist Tradeshift darauf hin, dass mit der Plattform Lösung das Neun-Billionen-Dollar-Problem in den globalen Lieferketten rasch gelöst werden könnte.

„Enabler für die digital vernetzte Wirtschaft“

Christian Lanng, CEO und Mitbegründer von Tradeshift, erklärt, was die Plattform für das internationale Zahlungswesen bedeuten könnte:

„In einer Branche, in der die Hälfte aller US-Zahlungen noch mit Schecks abgewickelt werden und weltweit Unternehmen um den Zugang zu Finanzen und Zahlungen kämpfen, ist Tradeshift Pay ein echter Enabler für die digital vernetzte Wirtschaft. Zum ersten Mal können Unternehmen ihre Zahlungen über alle Kanäle hinweg in einer einzigen Lösung abwickeln. Und zum ersten Mal können sie sowohl reguläre als auch Blockchain-basierte Vorauszahlungen auf einer Plattform in der Cloud leisten.“

Wer macht mit – und warum?

Tradeshift konnte über ein Dutzend große Banken und Kreditkartenanbieter als Partner gewinnen. Zu den internationalen Finanzunternehmen, die Tradeshift Pay unterstützen, zählen HSBC, Santander und CreditEase.

Vinay Mendonca, Global Head of Product and Propositions, Global Trade & Receivables Finance bei HSBC, erläutert, was HSBC bewogen hat bei Tradeshift Pay mitzumachen:

„Die Modernisierung von Handels- und Lieferkettenlösungen hat strategische Priorität für HSBC (…) Unsere Partnerschaft mit Tradeshift ermöglicht es uns, vollständig digitalisierte und automatisierte Vorschläge für das Working Capital über das gesamte Ökosystem der Lieferkette anzubieten, unterstützt durch die Breite und Tiefe unseres globalen Netzwerks.“

Wer steckt dahinter?

Tradeshift arbeitet mit über 550 Mitarbeitern und Niederlassungen in neun Ländern an seiner Vision einer offenen Geschäftsplattform für die gesamte Weltwirtschaft. In jungen Jahren waren die Gründer von Tradeshift die Schöpfer von EasyTrade – 2005 die erste Open-Source Handelsplattform der Welt. Sie wird heute noch von fast allen dänischen Unternehmen genutzt.

Das Unternehmen ist heute Marktführer im Bereich Supply-Chain-Zahlungen, inklusive Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung, E-Invoicing und globaler Steuer-Compliance-Lösungen. In den letzten Jahren sind die Dänen stark gewachsen. Sie wickeln so viele Transaktionen ab wie die Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum zusammen.

Womit wir beim Thema Blockchain wären…

Warum ist Tradeshift Pay auch technisch spannend?

Technologisch ist Tradeshift Pay spannend, weil es zwei richtungsweisende Innovationen zusammenbringt: Cloud und Blockchain.

Die Cloud ermöglicht es auch Privatpersonen und kleinen Unternehmen, von aufwändigen technologischen Infrastrukturen zu profitieren. Weil die nötige Software – und die Rechenpower für ihren Gebrauch – nicht auf dem unternehmenseigenen Server vorgehalten werden müssen. Kein Wunder also, dass die Nutzung Cloud-basierter Software immer üblicher wird.

Und Blockchain? Blockchain ist mehr als die Bitcoin-Achterbahn. Und übrigens auch mehr als Kryptowährungen. Es ist ein Weg, Transaktionen aller Art jederzeit für alle nachvollziehbar zu machen: optimale Voraussetzungen für vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen.

Sehr wichtig zum Beispiel, wenn es darum geht, Vorauszahlungen an kleine Unternehmen in fernen Ländern zu leisten. Was ja jetzt – dank Tradeshift Pay – ganz einfach ist.