Digitalisierung

Was ist Digitalisierung?

Allgemein versteht man unter Digitalisierung einen mechanischen Vorgang, bei dem analoge Daten in ein digitales Format überführt werden. Der Zweck hierbei ist, die Daten zu speichern, übertragen und zu verarbeiten. Hier handelt es sich um eine informatische, naturwissenschaftliche und technische Perspektive.

Mit der Zeit hat sich der Begriff erweitert und wird ebenfalls im betriebswirtschaftlichen und wirtschaftsinformatischen Kontext verwendet. Hier werden digitale Technologien zur (Teil-) Automation von Geschäftsprozessen und zur (Weiter-) Entwicklung von Geschäftsmodellen zu Digital Business genutzt.

Das Virtualisieren und Vernetzen der realen Welt, das Teilen von Daten sowie das plattformbasierte Organisieren von Wertschöpfungsketten kennzeichnen hierbei die Digitalisierung. Besonders ist hierbei, dass sie von mehreren Akteuren gleichzeitig genutzt werden können, was wiederum eine hohen Skalierungsfähigkeit von Geschäftsmodellen über Plattformen eröffnet.

Wo kommt Digitalisierung zum Einsatz?

Der Sammelbegriff Digitalisierung fasst viele verschiedene Aspekte zusammen. Folgende Punkte sind jedoch die wesentlichen und am häufigsten anzutreffen:

- Umwandlung von analogen Informationen (z.B. Texte, Bilder, Dokumente, etc.) in digitale Information (z.B. maschinenlesb. Format wie MS Word, PDF etc.)

- Umwandlung von analogen Abläufen (z.B. klassische Dokumentenablage in Ordern) in digitale Prozesse (z.B. digitales Dokumentenmanagement wie ein DMS)

- Umwandlung von analogen Medien (z.B. Kassette, CD) in digitale Medien (MP3-Datei)

Die digitale Repräsentation der zuvor physisch genutzten Informationen, Objekte etc. hat zu einer erheblichen Verbesserung in der Kommunikations- und Informationstechnologie, im alltäglichen Leben und auch in Unternehmen geführt.

4 Dimensionen der Digitalisierung

Abgeleitet aus diesen Einsatzmöglichkeiten können 4 Dimensionen der Digitalisierung (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) unterschieden werden:

- Digitale Produkte

Es handelt sich um Produkte, die nicht physisch, sondern datenbasiert sind aber in physischen Gütern eingebaut sein können. Sie sollen einem Kunden nutzen stiften und werden im Regelfall automatisiert und im Kernleistungsprozess erbracht (jedoch ohne direkte Einbindung von Menschen)

- Digitale Prozesse

Allgemein geht es hier um die datenbasierte Darstellung der Realität zur Organisation und Steuerung von Prozessen. Hierbei werden niedrige und hohe Reifegrade unterschieden. Einen niedrigen Reifegrad haben Unternehmen, wenn sie durch Bereitstellung datenbasierter Informationen (z.B. Bestellungen, Ressourceneinsätze) die Prozesse sichtbar machen können.

Einen hohen Reifegrad haben Unternehmen, wenn sie über den niedrigen Reifegrad hinaus komplette Prozesse als integrierte Datenmodelle abbilden und damit das Unternehmen steuern können. Hierdurch können Webshops betrieben werden, Kunden analysiert oder Beschaffungs-, Absatz- und Produktionsprozesse völlig automatisiert durchgeführt werden

- Digitale Vernetzung

Hier geht es um die Verbindung einzelner Prozesse in einem digitalen Gesamtsystem. Es kann sich Dies ist nicht auf unternehmensinterne Prozesse beschränkt, sondern kann sich auch auf Kunden, Lieferanten und andere Akteure in der Wertschöpfung erstrecken.

Digitale Geschäftsmodelle

Eine Form der Wertschöpfung im Rahmen der digitalen Transformation, die auf der Entwicklung eines Kundennutzen durch digitale Technologien beruht. Beispiele für digitale Geschäftsmodelle sind Freemium Modell, E-Commerce-Modell, On-Demand Modell, usw.

Digitalisierung in Unternehmen

Wie oben bereits erwähnt tretet die Digitalisierung in Unternehmen in Form von digitalen Technologien auf, die Geschäftsprozesse automatisieren und auch optimieren soll. Des Weiteren werden bestehende Geschäftsmodelle in Digital Business umgewandelt.

Beide Verfahren sorgen dafür, dass das Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt. Außerdem profitiert das Unternehmen von

- Vereinfachte und automatisierte Geschäftsprozesse,

- Mehr Flexibilität,

- Neue Kundenakquisitionskanäle,

- Verbesserte Arbeitsbedingungen,

- Schnellerer Wissenstransfer,

- Effektivere Zusammenarbeit,

- Erweiterung des eigenen Angebots und

- Zielgerichtetes Marketing, etc.

Hier spielt die digitale Transformation ebenfalls eine wichtige Rolle. Lese hier mehr.

 

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei der Digitalisierung?

Neben den bereits genannten Vorteilen in Bezug auf Unternehmen kommen noch viele weitere hinzu. Diese sind beispielsweise

- Einfachere Abläufe in Betrieben und Behörden,

- Neue Arbeitsmodelle und -plätze,

- Schnellere Übertragung und Verarbeitung von Informationen,

 

Jedoch hat die Digitalisierung auch Nachteile, die nicht unterschätzt werden dürfen, wie beispielsweise

- Notwendige Umstrukturierung,

- Veränderung bestehender Arbeitsplätze,

- Vernachlässigung persönlicher Kontakte,

- Datensicherheit und Cyberkriminalität

 

Tipp: Unterscheidung im Englischen

Im deutschen gibt es einen Begriff „Digitalisierung“ der die Thematik übergreifend beschreibt. Im Englischen hingegen kann der Begriff nicht direkt übersetzt werden. Hier wird zwischen „Digitization“ und „Digitalization“ unterschieden.

- Digitization beschreibt die informatische, naturwissenschaftliche und technische Perspektive.

- Digitalization beschreibt die betriebswirtschaftliche und wirtschaftsinformatische Perspektive

 

Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Was ist Digitalisierung. https://www.de.digital/DIGITAL/Navigation/DE/Lagebild/Was-ist-Digitalisierung/was-ist-digitalisierung.html